Freitag, 27. März 2020

Buchrezension: Mary MacLane „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“



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Über das Buch
„Ich, neunzehn Jahre alt und im weiblichen Geschlecht geboren, werde jetzt, so vollständig und ehrlich wie ich kann, eine Darstellung von mir selbst verfassen, Mary MacLane, die in der Welt nicht ihresgleichen kennt.
Davon bin ich überzeugt, denn ich bin ungewöhnlich.
Ich bin ausgesprochen originell, von Geburt an und in meiner Entwicklung.
Ich kann fühlen.
Ich habe eine wunderbare Fähigkeit zu Elend und zu Glück.
Ich bin gedanklich offen.
Ich bin ein Genie.“
MARY MACLANE

1902 wurde das literarische Selbstporträt einer völlig unbekannten jungen Frau aus dem ländlichen Montana zum Welterfolg. Zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.

(Quelle: Klappentext des Buches Mary MacLane „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“)

Über die Autorin
Mary MacLane (1881–1929) kam in Winnipeg, Kanada, zur Welt, zog mit ihrer Familie aber bald in die Bergarbeiterstadt Butte in Montana, USA. Mit ihrem ersten Buch wurde sie schlagartig berühmt, weitere autobiographische Texte folgten. Sie schrieb den Stummfilm „Men Who Have Made Love to Me“ (1918), in dem sie selbst die Hauptrolle spielte. MacLane, deren bohemehafter Lebensstil und Bisexualität immer wieder für Skandale sorgten, starb im Alter von 48 Jahren in Chicago.

(Quelle: Umschlagstext des Buches Mary MacLane „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“)

Format: gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 206
Erscheinungsdatum: 11.03.2020
Verlag: Philipp Reclam
Preis: 18,00 Euro

Am Ende des Buches weißt Du immer noch nicht so genau, wo die Reise jetzt hingegangen ist. Zumindest erging es mir so. Du weißt nur, dass Du in Deinen Händen ein Werk hältst, was niedergeschrieben wurde von einer scheinbar verzweifelten, jungen Frau in einer scheinbar verzweifelten Welt. „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ ist von Mary MacLane im Stil eines Tagebuches verfasst worden. Man spürt ihre Verzweifelung, denn sie scheint für Größeres geschaffen. Und ja, wenn man sich in eine Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts hineinversetzt, mag man Mary MacLane jedes Wort, und sei es noch so wirr, glauben. Denn als Frau ist sie scheinbar nicht viel wert, sei sie noch so klug, noch so hübsch, noch so genial. Ich bin übrigens sehr dankbar für das Nachwort der Übersetzerin Ann Cotten und den Ausführungen von Juliane Liebert. Denn somit kann man als Leser noch mehr in die Gefühlswelt der jungen Mary MacLane eintauchen. Einige Fragen nach dem Warum werden im Nachwort beantwortet. Und im Nachhinein habe ich das Gefühl, jetzt Einiges besser zu verstehen, und gleichzeitig müsste ich das Buch mit diesem Wissen noch einmal lesen für ein besseres Verständnis. Mary MacLane schreibt atemlos, teilweise widersprüchlich, so dass der Leser merkt, in welchem Zwiespalt sie sich befindet. Sie bezeichnet sich als Genie und gleichzeitig als Närrin. Und sie ist unheimlich einsam. Beinah lese ich Phasen depressiven Verhaltens aus ihrer Darstellung, so offenherzig gibt sie sich dem Leser. Für mich ist „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ mehr als nur eine Darstellung. Es ist ein Abbild, eine Reise in ein vergangenes, wahres Ich. Es zeigt die Gefühlswelt einer Frau von 1901, die mehr von ihrem Leben erwartet, als einfach nur Frau zu sein. Und Mary MacLane setzt mit ihrer Darstellung, wie sie es nennt, alles auf eine Karte und hat Erfolg. So lassen sich auch Analogien bis in die heutige Zeit ziehen: Nicht sein Dasein fristen, auch mal was riskieren, sich mal was trauen und aus sich herauskommen.


(Dieses Buch wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag gibt meine ehrliche und persönliche Meinung wieder.)

Liebe Grüße
Jana

4 Kommentare:

  1. Guten Morgen Jana,
    ich mag Selbstporträts, da die Frauen früher oft sehr beschränkt waren in Ihrem Leben. Zum Beispiel galt in dieser Zeit das Lehrerinnenzölibat, das heißt eine Frau musste entweder Lehrerin sein oder heiraten, beides ging nicht und führte zur Entlassung. Habe einen sonnigen Tag.
    Liebe Grüße
    Nancy

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    1. Guten Morgen Nancy, Deine Worte sind sehr wahr. Daher lese ich solche Bücher auch verdammt gern. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

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  2. Please check out marymaclane.com for more information on Mary MacLane

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    1. Thanks for your advise. Have a nice day. Best regards Jana

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