Montag, 17. Februar 2020

Buchrezension: Anna Burns „Milchmann“



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Über das Buch
„ ‚Milchmann’ ist stilistisch vollkommen unverwechselbar. In einem Moment beängstigend, dann wieder inspirierend. Überwältigend.“
Jury des Man Booker Prize
  • Man Booker Prize 2018 (Fiction)
  • National Book Critics Circle Award 2018 (Fiction)
  • Orwell Prize 2019
„Der Tag, an dem Irgendwer McIrgendwas mir eine Waffe auf die Brust setzte, mich ein Flittchen nannte und drohte, mich zu erschießen, war auch der Tag, an dem der Milchmann starb.“ Mit Milchmann legte Anna Burns das literarische Großereignis des vergangenen Jahres vor. Ein Roman über den unerschrockenen Kampf einer jungen Frau um ein selbstbestimmtes Leben – weltweit gefeiert und ausgezeichnet mit dem Man Booker Prize.

Eine junge Frau zieht ungewollt die Aufmerksamkeit eines mächtigen und erschreckend älteren Mannes auf sich, Milchmann. Es ist das Letzte, was sie will. Hier, in dieser namenlosen Stadt, erweckt man besser niemandes Interesse. Und so versucht sie, alle in ihrem Umfeld über ihre Begegnungen mit dem Mann im Unklaren zu lassen. Doch Milchmann ist hartnäckig. Und als der Mann ihrer älteren Schwester herausfindet, in welcher Klemme sie steckt, fangen die Leute an zu reden. Plötzlich gilt sie als „interessant“ – etwas, das sie immer vermeiden wollte. Hier ist es gefährlich, interessant zu sein.

Doch was kann sie noch tun, nun, da das Gerücht einmal in der Welt ist? Milchmann ist die Geschichte einer jungen Frau, die nach einem Weg für sich sucht – in einer Gesellschaft, die sich ihre eigenen dunklen Wahrheiten erfindet und in der jeglicher Fehltritt enorme Konsequenzen nach sich zieht.

(Quelle: Amazon.de*)
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Über die Autorin
Anna Burns, geboren in Belfast, Nordirland, ist Autorin mehrerer Romane. 2018 erhielt sie für „Milchmann“ den Man Booker Prize. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller. Es wurde außerdem mit dem Orwell Prize und dem National Book Critics Award ausgezeichnet. „Milchmann“ erscheint in dreißig Ländern. Anna Burns lebt in East Sussex, England.

(Quelle: tolino eBook Anna Burns „Milchmann“, S. 341)

Format: ePub
Seitenzahl: 448 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum: 22.02.2020
Verlag: Tropen
Originaltitel: Milkman
Preis: 19,99 Euro

Außergewöhnlich. Dieses Wort fällt mir als erstes ein, wenn ich an den Roman „Milchmann“ von der Autorin Anna Burns denke. Wortgewandt, lange, teilweise verschachtelte Sätze, spannend und doch in die Länge ziehend. Wiederholend und dennoch in jedem Wort das gewisse Etwas zu finden. So wirkte der Schreibstil in „Milchmann“ auf mich. Stets war ich auf der Suche nach dem, was mir die Autorin Anna Burns mit ihrem Buch wohl sagen will. Und dennoch – oder gerade deshalb – hat mich ihr Roman so sehr gefesselt und gefangen gehalten. In einer Welt nach dem Zweiten Weltkrieg, in der sich die Gesellschaft noch zu ordnen versucht, lebt die namenlose Ich-Erzählerin in einer Beziehung zu ihrem namenlosen Vielleicht-Freund und in einer Familie mit Mutter, Bruder 1 bis 4 – wobei einige der Brüder eben nicht mehr leben – Schwester 1 bis 3 – wenn ich mich nicht verzählt habe – sowie daugehörigen Schwägern 1 bis 3 und Kleinen Schwestern – 3 an der Zahl. Die Erzählerin selbst ist die Mittelschwester. Und schon allein an diesem Beziehungskonstrukt kann der Leser erkennen, in was für eine Welt er sich begibt. Sie ist eben außergewöhnlich. Ach ja. Und dann ist da noch der Milchmann. Er stalkt scheinbar die Protagonistin, die Ich-Erzählerin ohne Namen. Und schnell wird ihr eine Affäre angedichtet, und sie ist die einzige, die weiß, dass es nicht so ist. Niemand glaubt ihr. Im Übrigen ist dies der falsche Milchmann, denn es gibt ja noch den Echten Milchmann. Alles ziemlich verwirrend. Aber irgendwie auch total abgefahren zu lesen. Und wer zwischen den Zeilen lesen kann, merkt schnell, dass es keiner Namen bedarf. Es kann jedem Individuum so ergehen. Der Leser lernt, wie schnell sich Gerüchte verbreiten und potenzieren. Wie schnell es vorbei sein kann, wie oft der Schein einfach trügt. Auch wenn man sich ins Lesen hineinfinden muss und wenn man dies letztendlich geschafft hat, gewinnt man den Roman „Milchmann“ und den Schreib- und Erzählstil von Anna Burns echt lieb. Ich kann mich nur wiederholen: „Milchmann“ ist außergewöhnlich aber dafür umso lesenswerter. Einfach mal etwas Anderes, was mich als Leserin überrascht hat und dafür für mich umso wertvoller ist.


(Dieses Buch wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag gibt meine ehrliche und persönliche Meinung wieder., * = Partnerlink)

Liebe Grüße
Jana

2 Kommentare:

  1. Hallo Jana,
    von dem Buch habe ich noch nichts gehört. Danke für die Aufklärung. Habe einen sonnigen Freitag. Liebe Grüße aus Singapur
    Nancy

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    Antworten
    1. Guten Morgen Nancy, das Buch ist auch erst ab morgen käuflich zu erwerben. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

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