Montag, 7. Januar 2019

Buchrezension: Martin Schörle „»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«“



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Über das Buch
Der kabaretteske Monolog »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« beschert dem geneigten Leser Einblicke in das Leben des Vollblutverwaltungsgenies Hans Fredenbek, der sich in seinem ganz eigenen Gedankengewirr aus Aktenzeichen, Dienstverordnungen, statistischen Erhebungen zusehends verheddert. Es wird deutlich, dass er sich von dem Leben jenseits seines Büros nahezu völlig verabschiedet hat. Vor allem aber wird schonungslos aufgedeckt, dass es zwischen Slapstick und Tragik eine Nahtstelle gibt. Und dass diese Nahtstelle einen Namen hat. Und dass dieser Name Hans Fredenbek ist.

Mit einer Lesung aus seinem Stück war Schörle 2008 beim Autorenwettbewerb „Perlen vor die Säue“ im Literaturhaus Hamburg erfolgreich (2. Platz von acht Finalteilnehmern aus insgesamt rund 100 eingereichten Beiträgen). Das Stück wurde außerdem im Rahmen der „Hamburger Theaternacht“ als offizieller Beitrag des Hamburger Sprechwerks von „Caveman“ Erik Schäffler auszugsweise gelesen.

»Einladung zum Klassentreffen« In ihrer Schulzeit hatten Marina und Carsten eine Liebesbeziehung. Nach 20 Jahren soll ein Klassentreffen stattfinden. So meldet sich Carsten, einer der Initiatoren, auch bei Marina, deren Leben nach Schicksalsschlägen zeitweilig aus den Fugen geraten war. Die gemeinsame innige Zeit ist für sie längst Vergangenheit, ein Früher. Aber an Carstens Gefühlen hat sich anscheinend nichts geändert. Sein Anruf weckt auch bei Marina Erinnerungen. Das unverfänglich begonnene Telefonat führt beide in ein Wechselbad der Gefühle ... Inhaltlich eine Liebesgeschichte wagt das Stück den Spagat zwischen Komik & Tragik, Lachen & Weinen.

»Einladung zum Klassentreffen« wurde vom Publikum beim Wettbewerb „Stücke Schießen – Neue Dramatik. Neue Autoren. Neue Theatertexte“ der Theaterliga zum Gewinnertext gekürt und erreichte bei der Spielplanwahl 2012/2013 des Thalia Theaters Hamburg den 8. Platz.

(Quelle: Klappentext des Buches Martin Schörle „»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«“)

Über den Autor
Mit diesem Buch erfüllt sich Martin Schörle, Jahrgang 1960, den Traum, seine beiden Theaterstücke zu veröffentlichen.
Für »Nichtalltägliches … « lieferte sein Büroalltag – oft schon Realsatire in seiner reinsten Form – die Situationen. Schörle arbeitet als Verwaltungsbeamter in Hamburg, wo er auch mit seiner Frau lebt.
Seit den 90er Jahren steht er zudem als Schauspieler auf der Bühne; zu seinen Stücken zählen neben Komödien (u. a. „KUNST“ von Yasmina Reza und „Gerüchte! Gerüchte!“ von Neil Simon) auch Dramen.

(Quelle: Martin Schörle „»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«“, S. 2)


Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 119
Erscheinungsdatum: 06.12.2016
Verlag: Engelsdorfer Verlag
Preis: 9,50 Euro

Selten habe ich so ein kurioses und dennoch zugleich amüsantes Buch gelesen. Wobei ich zugleich anklingen lassen möchte, dass man als Leser in diesem Buch hier und da zwischen den Zeilen lesen sollte. Das Buch vom Autor Martin Schörle beinhaltet zwei Theaterstücke. Das heißt, die Geschichten sind auch genauso ge- und beschrieben. Das Bühnenbild wird dem Leser veranschaulicht, die Gedanken, Lichteffekte etc. Und genau das trägt dazu bei, dass ich mir beim Lesen wirklich eine Aufführung eines Theaterstücks vorstellen kann. Im ersten Theaterstück »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« macht der Leser Bekanntschaft mit einem Vollzeit- und Vollblutbeamten, der meiner Meinung nach alle Klischees erfüllt. Er macht etwas abgefahrene Gedankensprünge, die echt zum Schießen sind. Gleichzeitig tut mir der Beamte Hans Fredenbek irgendwie leid. Absolut kurios und dennoch sehr nah an der Realität, oder?! Mit der Geschichte »Einladung zum Klassentreffen« konnte ich mich persönlich etwas mehr identifizieren, weil sie voll aus dem Alltag ist und wahrscheinlich jedem von uns passieren könnte. Natürlich hat es sich der Autor Martin Schörle nicht nehmen lassen, die Handlungen etwas überspitzt darzustellen, so dass der Witz in der Geschichte auch nicht ausbleibt. Und auch hier ist eine Spur von Tragik enthalten, wenn man genau aufpasst. Beide Theaterstücke enthalten für mich ein wunderbares Gleichgewicht von Humor und Ernsthaftigkeit, sodass ich hier und da auch mal beim Lesen innehalten musste und das Geschrieben reflektieren ließ. Auch wenn der Schreibstil des Autors für mich ein bisher völlig neuer ist, ich bin echt sehr angetan. Keine Spur von Längen, sondern unterhaltsame Lektüre auf einem mir bisher unbekannten Niveau.



Ich danke dem Autor Martin Schörle herzlich für die Bereitstellung des Buches.


(Dieses Buch wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag gibt meine ehrliche und persönliche Meinung wieder.)

Liebe Grüße
Jana

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Guten Morgen, ja, das finde ich auch. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

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  2. Die Geschichte mit dem Klassentreffen hat mich auch gleich angesprochen, das wäre doch eine schöne leichte Lektüre für entspannte Auszeiten. LG Romy

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    1. Guten Morgen Romy, ja, das ist sie tatsächlich. Und man hat sie schnell gelesen. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

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    2. Da möchte ich dir nicht widersprechen!!!

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  3. Antworten
    1. Hello, thank you so much. Have a nice day. Best regards Jana

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  4. Hallo Jana,
    ich glaube das Buch finde ich lustig. Theaterstücke zu solchen Themen habe ich noch nicht gelesen. Habe einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    Nancy :)

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    1. Guten Morgen Nancy, ich auch nicht, Theaterstücke in so kurzweiliger Form sind für mich Neuland. Und das lohnt sich total. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

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