Mittwoch, 1. November 2017

Buchrezension: Franzobel „Das Floß der Medusa“



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Über das Buch
8. Juli 1816, elf Uhr vormittags: Vor der Westküste Afrikas entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen… Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsboten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt.
Diese historisch belegte Geschichte, eine der größten Katastrophe der Seefahrt, bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Was bedeutet Moral, was Zivilisation in einer extremen Situation, in der es um nichts anderes mehr geht als um das bloße Überleben?

(Quelle: eBook Franzobel „Das Floß der Medusa“, S. 2)

Über den Autor
Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2002 den Arthur-Schnitzler-Preis.

(Quelle: eBook Franzobel „Das Floß der Medusa“, S. 458)

Format: eBook
Seitenzahl: 458
Erscheinungsdatum: 30.01.2017
Verlag: Paul Zsolnay Verlag
Preis: 19,99 Euro

Geschichtlich bin ich ja absolut interessiert, wobei das in meiner Schulzeit übrigens überhaupt nicht der Fall war. Aber jetzt schaue ich mir sehr gern historische Dokumentationen an und lese sehr gern Geschichten aus einer anderen Zeit. „Das Floß der Medusa“ von Franzobel ist ein geschichtlicher Roman, der den Untergang des damals sehr imposanten Schiffes begleitet und die anschließende Irrfahrt der Überlebenden auf einem manövrierunfähigen Floß beschreibt. Immer wieder schmückt der Autor die Geschichte mit uns heute bekannten Gegebenheiten und Persönlichkeiten aus, sodass die Geschehnisse für mich leichter nachvollziehbar werden. Da manch geschichtlichen Abhandlungen etwas zäh zu lesen sind, hatte ich auch bei dem Roman „Das Floß der Medusa“ zunächst eine ähnliche Befürchtung. Aber für mich hat sich das Buch leicht und flüssig lesen lassen. Der Autor Franzobel beschreibt bis ins kleinste Detail die Unwägbarkeiten der den ums Leben kämpfenden Personen, ja, bis hin zum Kannibalismus ist alles dabei. Das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich mit meinem Mann eine kleine Diskussion darüber geführt habe. Zudem erinnert mich dieser Kampf ums Überleben ein bisschen an meine Diplomarbeit, worin ich mir die Frage stellte, wen ich rette, wenn ich nicht alle retten kann. Und ja, diese Diskussion spiegelt sich auch in dem Roman „Das Floß der Medusa“ wider. Dieser Roman hat meinen Gedankenschatz um einiges vergrößert. Auch wenn die Geschichte natürlich sehr tragisch ist, fällt es mir beinah ein wenig schwer, sie loszulassen.

Ich danke dem NetGalley-Team herzlich für die Bereitstellung des Buches.


(Dieses eBook wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag gibt meine ehrliche und persönliche Meinung wieder.)

Liebe Grüße
Jana

4 Kommentare:

  1. Das hört sich wirklich nach einer Geschichte an, die einen so schnell nicht los lassen kann.
    Viele Grüße

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    1. Guten Morgen, oh ja, da hast Du recht. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

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  2. Hast du toll vorgestellt. Ich lese kaum noch, werde demnächst aber auch ein tolles Buch vorstellen. 😊

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    1. Guten Morgen, ich hatte auch mal eine Phase, in der ich kaum etwas gelesen habe. Nun liebe ich es - wieder. Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana

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